Das sollten Sie als Kurzzeitpflegefamilie / Bereitschaftspflegefamilie mit bringen !

  • Kurzzeit- & Bereitschaftspflegefamilien müssen zeitliche Flexibilität mitbringen
  • stellen Sie sich auf individuelle Lebenslagen immer ein
  • die Kinderbetreuung und Versorgung sollte uneingeschränkt sichergestellt werden
  • Einfühlungsvermögen ist sehr wichtig , jedes Kind bringt ein anderes Paket Sorgen und Erlebnisse mit sich
  • sein Sie so sensibel wie nur möglich
  • Beoobachtungsgabe ist ein enorm wichtiges Element um zukünfige Hilfestellungen zu geben.
  • bieten Sie dem Pflegekind Schutz und Sicherheit
  • sie sollten ein hohen Grad an Belastbarkeit mitbringen
  • sein Sie offen verurteilungsfrei gegenüber den leiblichen Eltern
  • wünschenswert wäre eine Pädagogische Vorerfahrung aber nicht zwingend erforderlich
  • bringen Sie Einsatzbereitschaft mit
  • Toleranz und Durchhaltevermögen besonders in schwierigen Situationen sehr wichtige Elemente

Das wichtigste einer jeden Pflegefamilie muss es sein, sich immer zu reflektieren und sich ständig fragen ..... Bin ich dieser Aufgabe gewachsen oder schaffe ich das !

Sollten Sie diese Aufgabe mal nicht mehr schaffen, so teilen Sie das dem Jugendamt auf jedenfall mit, den nicht jedes Kind kann man bewältigen. Viele Kinder benötigen ausgebildete Profis um dem Kind zu helfen. Es ist nichts schlimmes wenn man aufgibt. Es tut keinem GUT nicht dem Kind und Ihnen auch nicht. Jedes Jugendamt hat Verständnis dafür. 

Die Aufnahme des Pflegekindes in den ersten Minuten / Stunde !

• Übergabe des Kindes (ggf. Übergabe von Unterlagen wie Krankenkassenkarte, Impfausweis, U-Heft oder anderer persönlicher Gegenstände wie Kleidung, etc.)

• Vermittlung vorhandener Informationen über das Kind

• Weitere Information über die künftige Zusammenarbeit und den aktuellen Bedarf des Kindes

• Absprachen bezüglich Umgangskontakten

Bei einer Kurzzeitpflege Bereitschaftspflege handelt es sich fast immer um Akute Notlagen, mit schnellem Handlungsbedarf, deswegen wird sicherlicht eine erste Kontaktaufnahme ausfallen. 

Bei Ankunft des Kindes wird Ihnen alles was über das Kind bekannt ist mittgeteilt, damit Sie im Vorfeld einen kleinen Einblick erhalten. Dennoch werden viele Fragen die Sie haben unbeantwortet bleiben, da in der Regel nur Bruchstücke bekannt sind.

Ein wichtiger Aspekt ist der Umgangskontakt mit den leiblichen Eltern, der nicht sofort sein wird, aber kommen wird. Sie werden über Termin bzw. Terminabsprachen aber frühzeit vom Judendamt  informiert ! 

Was ist Ihre Aufgabe als Pflegestelle !

Ihre Aufgabe als Pflegeeltern in Kurzzeit- Bereitschaftspflege besteht darin in Not bzw. Krisensituationen Hilfe zu leisten.Bieten Sie dem Kind ein neues Übergangsheim.Bei Ihnen sollte das Kind lernen, dass es Schutz und Sicherheit gibt und Kinder liebe und Zuneigung erfahren kann. Helfen Sie dem Kind Erlebnisse zu verarbeiten und das in einem behütenden und schützenden Rahmen. Stabilität und Rituale will jeder in seiner Familie unterbringen, doch die meisten Kinder kennen diesen Zustand nicht. Sein Sie also geduldig und stark. Es wird viele Rückschläge geben und Sie werden an Ihre GRENZEN kommen.. vielleicht am Anfang vielleicht auch bei diesem Kind nicht... jedes Kind ist unglaublich individuell und niemals gleich. Sein sie wie ein Chameleon und passen sich jeder erdenklichen Situation neu an und finden immer den richtigen Weg für das Bereitschaftspflegekind bzw. Kurzzeitpflegekind. Es darf Ihnen bei dieser wichtigen Aufgabe niemals um das Pflegegeld gehen, sondern einzig und allein darum, dass Kinder hilfebedürftig sind und dringend aus einer Notsituation wieder ins Gleichgewicht gebracht werden mussen.

Was auch wichtig ist zu wissen, Sie sind nicht nur für die Aufnahme zuständig, sondern begleiten das Kind in jeder Situation auch zum Arzt für Vorsogeuntersuchungen oder ähnliches. Wenn entfernungstechnisch möglich, bringen Sie Ihr Pflegekind in den Kindergarten oder Schule. Schulpflichtige Kinder werden in der Regel sowieso in naheliegende Pflegefamilien untergebracht um die Schulpflicht aufrecht zu halten.

Erkennen Sie Entwicklungsstörungen und besprechen diese mit zuständigen Personenkreisen um frühzeit notwenige Hilfe zu leisten.

Das was Kurzzeitpflegeeltern bzw. Bereitschaftspflegefamilien leisten müssen, entspricht eigentlich nicht einer Ausbildung, sondern es werden sehr viele Randbereiche von verschiedenen Berufen angeschnitten. Nicht alles müssen Sie wissen, aber es ist doch erstaunlich was auf einen zukommt.

Liebe und Zuneigung dürfen und sollte man auch in gut dosierter Hohe geben. Sein Sie aber vorsichtig... schnell verliebt man sich selber in das Kind und tränen und Herzschmerz sind vorprogrammiert. Sein Sie immer auf den Abschied vorbereitet des Pflegekindes vorbereitet. So schnell wie es kommt kann es auch schon wieder gehen.

Eines soll an dieser Stelle noch gesagt sein, wer interesse und Spaß an Kindern hat, wird diese Aufgabe lieben auch wenn nicht immmer die Sonne scheint.

Der Besuchskontakt & Umgang mit der Herkunftsfamilie !

Pflegekinder aber auch die leiblichen Eltern haben ein Recht auf Umgang miteinander . Ist das Kindeswohl gefährdet, so werden keine Besuchskontakte erfolgen.

Sollten Sie den ersten Besuchskontakt haben, sich zunächst alle Beteiligte unsicher, aufgeregt und emotional angespannt. Aber keine Sorge Besuchskontakte werden unter Aufsicht vorgenommen, um kein Risiko einzugehen. Sie fragen sich sicherlich  ???? Ist der Besuchskontakt überhaupt fürs Kind so gut.... Tja diese frage ist je nach Fall sicherlich unterschiedlich zu beurteilen. Ist die leiblich Mutter nur Krank und kann momentan nicht anders , so macht ein Besuch durchaus Sinn, damit die Beziehung aufrecht gehalten wird. 

Aus persönlicher Erfahrung macht es sehr oft keinen Sinn. Kinder gehen nach so einem Termin total verstört wieder in die Pflegefamilie zurück und können nicht verstehen warum die Mama wieder weg ist. 

Nun Ja es gibt Gesetze und an die muss man sich nunmal halten, ob man Sie richtig findet oder nicht ist völlig uninteressant.

Besucherskontakte mit der leiblichen Mutter werden in der Regel an einem neutralen Ort stattfinden !

Ihr Pflegekind verlässt Sie wieder !

Im laufe der Unterbringung bzw. im laufe der Zeit werden Entscheidungen getroffen, die immer zum WOHLE des Kindes entschieden werden. Hat sich die Situation geändert, wird Ihnen das Kind wieder entnommen . Das Kind wird dann ebenfalls individuell behandelt. Entweder geht es in eine Langzeitpflegefamilie, weil nicht abzusehen ist wie es sich bei den leiblichen Eltern entwickt bzw. die elterliche Sorge wurde entzogen und für das Kindeswohl wurde eine Langzeitpflegefamilie gesucht.

Beziehungen und Bindungen, die in der Unterbringung entstanden sind, gilt es behutsam aufzulösen. Hierbei unterstützt das Jugendamt sowohl Sie als auch das Kind. In einer Phase der Anbahnung werden die Kontakte zur  Dauerpflegefamilie Stück für Stück ausgeweitet. Den Zeitpunkt des Wohnortwechsels gibt das Kind durch seine Bedürfnisse vor.

Kommt es zu einer Rückführung in die Herkunftsfamilie, so wird in der Regel ebenso verfahren, um ein wechsel behutsam vorzubereiten.

Zum Abschluss

Sie werden schon bemerkt haben, dass Pflegestellen / Pflegefamilien  über ein gefestigtes Selbstbewusstsein verfügen sollten, aber auch über eine gewisse Risikobereitschaft und Gelassenheit.